Die Fünf Punkte des Calvinismus
von Rev. Gise J. Van Baren
Herman Hanko, Homer Hoeksema, Gise J. Van Baren: Die Fünf Punkte des Calvinismus. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Carsten Linke. © 2000 Carsten Linke. Alle Rechte vorbehalten. Titel der Originalausgabe: The Five Points of Calvinism. © 1976 Reformed Free Publishing Association, Grand Rapids, Michigan (heute in Grandville, Michigan).
Ich habe einige Ausstellungsstücke in meinem Besitz. Zum einen habe ich einen Scheck, ziemlich weit verbreitet und zweifellos ausgestellt, um andere zu ermutigen, erlöst zu werden. Er ist datiert »jederzeit, überall«. Er wurde ausgestellt in der »Bank der Reichtümer Jesu – unbegrenzte Mittel«. Er wurde ausgestellt, um den Überbringer auf Aufforderung »nach seinem Bedarf am Reichtum in Herrlichkeit bei Christus Jesus« auszuzahlen. Auf der Rückseite ist neben anderen Dingen zu lesen: »Wirst Du ihn heute als Deinen Erlöser annehmen? Freund, wende Dich nicht ab! Er wartet, Dich zu empfangen. Er sehnt sich danach, Dich zu segnen und zu erlösen. Er will Dir ewiges Leben schenken. Und wenn Du ihn annimmst, wird er Deine Seele mit solcher Freude erfüllen, wie Du sie noch nie in deinem Leben gekannt hast, und er wird Dich zu einem Kind Gottes machen, einem Erben Gottes und einem Miterben neben Jesus Christus.« – Nun frage ich Sie, was für ein Gott das wohl sein mag, der die Bestätigung des Sünders abwarten muß, bevor er ihm die Erlösung zuteil werden lassen kann.
Hier ist ein weiterer Gegenstand. Ich habe einen Stimmzettel, eine Berechtigung, für die Erlösung zu stimmen. Auch dieser »Stimmzettel« ist weit verbreitet worden, um die »Annahme« Christi zu fördern. Es sind drei, die auf diesem Zettel abstimmen, und jeder kann aus zwei Alternativen wählen. Als erster stimmt Gott ab, und er stimmt mit »ja« für Ihre Rettung. Als zweiter wählt der Teufel – er stimmt mit »nein«. Nun sind Sie an der Reihe, und Sie haben zwei Möglichkeiten: »ja« oder »nein«. Ihre Stimme ist die entscheidende. – Die Idee dahinter ist, daß die Erlösung des Menschen letztendlich von ihm selbst entschieden wird. Und wieder frage ich: Was für ein Gott ist das, der, obwohl er gewählt hat, erst Ihre Entscheidung abwarten muß, bevor Ihre Erlösung endgültig feststeht?
Ein anderes Stück habe ich aus »The World Aflame« von Billy Graham. Er schreibt: »Außerdem gibt es den Willensentschluß. Der Wille ist zwangsläufig an der Bekehrung beteiligt. Menschen können geistige und emotionelle Krisen durchleben, ohne bekehrt zu werden. Sie werden nicht eher bekehrt, bis sie das Privileg eines freien Willens anwenden und bekehrt werden wollen. Diese Tat des Willens ist eine Tat der Annahme und Verpflichtung. Sie nehmen willentlich Gottes Barmherzigkeit an und empfangen Gottes Sohn und überantworten sich dann dem Willen Gottes. Bei jeder wahren Bekehrung wird der Wille des Menschen dem Willen Gottes gleich. Fast ganz am Ende der Bibel finden wir diese Einladung: ›Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!‹ (Offb. 22, 17). Es liegt an Ihnen. Sie müssen errettet werden wollen. Gottes Wille ist es, aber es muß auch Ihr Wille werden.« – Ich frage Sie wieder: Was für ein Gott ist das, der Ihre Erlösung will, aber nun darauf wartet, daß Ihr Wille dem seinen gleich werde.
In diesen Beispielen wird uns der Arminianismus unserer Zeit vorgesetzt, der die bedeutenden biblischen Wahrheiten über unsere Erlösung leugnet. In Wirklichkeit bedroht uns heute aber noch ein anderes Übel: der Modernismus. Dieser leugnet das Kreuz Christi ganz, und auch die Herrlichkeit, die uns um Jesu willen verheißen ist. Doch viel zu oft wird unterstellt, daß die Alternative zum Modernismus der Arminianismus sei. Man schlägt vor, selbst in reformierten Kreisen, daß wir mit den Arminianern, da sie vom Kreuz unseres Herrn Jesus Christus sprechen, zusammenarbeiten und sie unterstützen sollten. Sie haben sicher bemerkt, daß jene Stücke, die ich oben vorstellte, das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus erwähnen – trotzdem leugnen sie die Macht Gottes und die Macht des Kreuzes seines Sohnes. Nein, der Arminianismus leugnet nicht alle Macht Gottes oder alle Macht des Kreuzes, aber vieles davon. Der Arminianismus legt solche Macht in Ihre Hände, daß Sie am Ende über Ihre eigene Erlösung entscheiden müssen. Ist dieses Lehrstück des Arminianismus wirklich eine Diskussion wert? An zwei Dinge müssen wir uns erinnern: Erstens soll unser Thema nicht einfach das sein, was interessant, aber grundsätzlich unwichtig ist. Vielmehr befassen wir uns so mit Gott, wie es ihm beliebte, sich in seinem unfehlbaren Wort zu offenbaren. Weder Sie noch ich dürfen einfach irgend etwas über Gott sagen, was uns gerade gefällt. Wir müssen im Gegenteil an ihm festhalten und seinen Namen bekennen, wie er sich in seinem Wort offenbart hat. Und wir müssen sein Werk bekennen, wie er es in seinem Wort dargelegt hat – das Werk, das wir am eigenen Herzen erfahren haben. Wir behandeln das Thema der Erlösung der Kirche Gottes, und es macht einen gewaltigen Unterschied, was wir vom Vorgang dieser Erlösung glauben.
In diesem Kapitel wenden wir unsere Aufmerksamkeit dem vierten der Fünf Punkte des Calvinismus zu: der unwiderstehlichen Gnade. Zuerst stellen wir fest, worin diese Gnade Gottes besteht, zweitens ihre Unwiderstehlichkeit und endlich den daraus erwachsenden Trost.
Beim Studium der Wahrheit über unsere Erlösung entstehen Fragen. Fragen entstehen hinsichtlich der drei Punkte des Calvinismus, die bereits in den vorangehenden Kapiteln behandelt wurden. Die Fragen erheben sich, wenn man von der wunderbaren Wahrheit der bedingungslosen Erwählung und begrenzten Versöhnung spricht: Wieso werden mir diese Dinge zuteil? Bin ich, der ich weder besser noch anders als irgendein anderer bin, Nutznießer der begrenzten Versöhnung Christi? Wie kann so etwas möglich sein? Ist es vielleicht, weil Gott am Ende in mir doch etwas gesehen hat, was er in anderen nicht sah? Ist es vielleicht, weil in mir ein Wille oder Wunsch war, ihm zu folgen, der sich in anderen nicht fand? Aber das kann nicht sein, denn so wie alle, die aus Adam geboren sind, bin auch ich völlig verderbt.
Eine andere Frage erhebt sich: Wenn es wahr ist – und ich glaube, es ist wahr –, daß ich Nutznießer der Versöhnung am Kreuz bin, wie wird mir diese zuteil? Wie komme ich zu der Wohltat der Erlösung, die mein Herr Jesus Christus mir erworben hat? Empfange ich seine Wohltaten, weil ich willens bin, zu ihm zu kommen? Empfange ich diese Wohltaten, weil ich bereit bin, den »Scheck« einzulösen, den er mir anbietet? Auch das kann nicht sein.
Die Antwort der ganzen Heiligen Schrift ist: Ich bin Teilhaber der Versöhnung Christi (so wie Gott mich auch in Ewigkeit, vor Grundlegung der Welt erwählt hat) durch die freie, souveräne, unverdiente Gnade Gottes. Wir lesen es Epheser 2, 8: »Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.« Wir sind »errettet aus Gnade durch Glauben« – und das ist der einzig mögliche Weg. »Denn aus Gnade seid ihr errettet«, sagt das Wort Gottes. Das ist die Grundlage und das Fundament der Erlösung der Kirche Gottes. Aus Gnade, und aus Gnade allein, hat er sich vor Grundlegung der Welt ein Volk in Christus erwählt. Allein aus Gnade sendet er sein Wort und seinen Geist aus und bringt das neue Leben nach der Wiedergeburt hervor, das der Heilige Geist unseren Herzen einflößt, und zieht sein Volk aus der Finsternis in sein herrliches Licht. Aus Gnade, und aus Gnade allein, werden wir alle Tage erhalten, bis wir endlich in die ewige Herrlichkeit eingehen. In der Tat: »Aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben.«
Was aber ist diese errettende Gnade? Ich will nicht anfangen, die vielen Stellen der Heiligen Schrift vorzustellen, an denen von der Gnade gesprochen wird. Ebensowenig ist es in diesem kurzen Aufsatz möglich, die verschiedenen Bestandteile der Gnade Gottes im einzelnen zu behandeln. Und doch gibt es einige Wahrheiten, die wir von der Gnade wissen sollten. Hinsichtlich des Begriffs der Gnade gibt es besonders zwei Elemente, die Hervorhebung verdienen. Erstens ist die Grundidee der Gnade Lieblichkeit. Wer gnädig ist, ist von lieblicher Erscheinung. Zweitens weist der Begriff Gnade auf eine erwiesene Gunst. Oftmals wird der Begriff in der Heiligen Schrift so gebraucht. Wir lesen von denen, die in den Augen eines anderen Gnade oder Gunst gefunden haben.
Nun ist die Gnade, auch wenn einige es bestreiten, eine Eigenschaft Gottes. Gnade ist eine Eigenschaft Gottes, die seine unendlich herrliche Vollkommenheit hervorhebt. Alle Gerechtigkeit, Wahrheit, Heiligkeit und Liebe finden sind über alle Maßen im lebendigen Gott. Diese unendliche Vollkommenheit ist seine Lieblichkeit oder Gnade. Der Psalmdichter David sah es in Psalm 27, 4 so: »Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich bleiben dürfe im Hause des Herrn mein Leben lang, zu schauen die Lieblichkeit des Herrn und seinen Tempel zu betrachten« (Schlachter-Übersetzung; nicht ganz Elberfelder). Diese »Lieblichkeit« ist die Gnade Gottes.
Es gibt mehr über die Gnade Gottes zu sagen. Die Gnade Gottes, die in ihm selbst ist, ist die Eigenschaft, in der er als der dreieinige Gott seine eigene Vollkommenheit sieht und Gunst in seinen eigenen Augen findet. Der dreieinige Gott, der sich selbst ansieht, erfreut sich in Ewigkeit, daß er der Gott aller Vollkommenheit ist.
Die gleiche Gnade hat Gott nach seinem Wohlgefallen auch nach außen hin offenbart. Die Eigenschaft Gottes widerspiegelt sich um seines Namens willen an und in seinem Volk. Wir lesen in Römer 5, 15: »Mit der Übertretung ist es aber nicht so wie mit der Gnadengabe. Denn wenn durch des einen Übertretung die vielen gestorben sind, so ist viel mehr die Gnade Gottes und die Gabe in der Gnade des einen Menschen Jesus Christus gegen die vielen überströmend geworden.« Gott hat es gefallen, seine eigene Vollkommenheit außerhalb seiner selbst den Menschen zu offenbaren, die er von Ewigkeit aus Gnade erwählt hat. Diese Gnade Gottes gegenüber seinem Volk ist eine unverdiente Gunst. Gebrauchen wir diesen Begriff nicht für gewöhnlich auf die gleiche Art? Die Heilige Schrift spricht so wie wir vom Gegensatz zwischen Gnade und Werken. Die Heilige Schrift erklärt in Römer 4, 4: »Dem aber, der Werke tut, wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit.« Sehen Sie den Gegensatz zwischen Werken und Gnade an dieser Stelle? Die Gnade ist hier die unverdiente Gunst Gottes, die Gott nach seinem Wohlgefallen um Jesu willen in uns bewirkt. Sie ist unverdient, weil uns nichts davon zusteht. Ich bin tot in Sünden. Mir steht nichts zu. Ich kann nichts verdienen. Was Gott mir zuteil werden läßt, habe ich mir nicht verdient, sondern kommt mir einzig durch Gottes Gnade zu.
Drittens ist diese Gnade Gottes eine Gnade, die wirksam ist. Die Gunst Gottes, die sich an und in seinem Volk widerspiegelt, ist eine Lieblichkeit, die Kraft ist. Sie gestaltet und formt Gottes Volk nach Gottes eigenem Bild. Erinnern Sie sich an das, was der Apostel Paulus in 1. Korinther 15, 10 sagte? »Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.« Eine kurze und knappe Feststellung – doch wie reich an Bedeutung! Paulus hatte die Kirche vorher verfolgt, selbst bis Damaskus; er hat die Gläubigen ins Gefängnis gebracht und war zugegen, wenn man sie tötete. Derselbe Paulus wurde von jener wunderbaren und völlig unverdienten Gnade Gottes ergriffen und so gewendet, daß der Verfolger wegen seiner Einheit mit Christus nun selbst zum Verfolgten wurde. Nun war es Paulus, der eingesperrt und verspottet und ausgepeitscht wurde. »Durch Gnade«, sagt er, »bin ich, was ich bin.« Die Kraft der Gnade Gottes formt sein Volk. Sie formt es, damit es seine Ehre kundtue. Das ist die Gnade unseres Gottes.
Was aber ist die Bedeutung solcher Gnade? Vergessen Sie zuallererst nicht die Kraft dieser Gnade. Sie ist nicht nur ein Einfluß, sondern die Kraft Gottes, die vollbringt, was er bestimmt hat. Zweitens offenbart sich diese Gnade allein in und durch seinen eingeborenen Sohn, Jesus Christus. Es hat ihm gefallen, seine Gunst auf keine andere Weise als durch Christus zu zeigen. Sie wird keinem anderen Menschen gezeigt, als denen, die mit seinem Sohn vereint worden sind. Und schließlich müssen wir auch an folgendes denken: Es gibt nur eine Gnade Gottes. Die Gnade, die in Gott selbst besteht, ist auch die Gnade, die er nach außen offenbart. Und diese Gnade außerhalb seiner selbst wird nur seinem Volk offenbart, und niemandem sonst.
Die Gnade Gottes ist unwiderstehlich. Verstehen Sie, was das Wort »unwiderstehlich« zum Ausdruck bringt? Sie müssen nicht denken, daß die unwiderstehliche Gnade eine Art unsichtbare Kraft ist, die den widerspenstigen, aufsässigen Sünder einfach gegen seinen Willen in den Himmel schleift wie ein Polizist einen widerstrebenden Festgenommenen ins Gefängnis. Die Gnade Gottes ist keine Kraft, die solche in den Himmel zwingt, die nicht wollen.
Daß Gottes Gnade unwiderstehlich ist, unterstreicht den Gedanken, daß sie sein Volk nicht nur in die Herrlichkeit bringt, sondern sie auch für diese Herrlichkeit vorbereitet und in ihnen den Wunsch wirkt, in die Herrlichkeit einzugehen. Gnade ist unwiderstehlich in dem Sinn, daß sich durch sie das Knie beugt, das sich sonst nicht beugte, daß das Herz erweicht wird, das sonst hart wie Stein bliebe. Es gibt nichts, was die Vollendung der Absicht Gottes, sein Volk durch seine Gnade zu erlösen, aufhalten könnte.
Nicht jeder bekennt die Wahrheit von der unwiderstehlichen Gnade Gottes. Wer glaubt, daß Christus für alle Sünder gestorben ist, kann nicht an die Wahrheit von der unwiderstehlichen Gnade glauben. Es gibt jene, die wie wir glauben, daß man allein aus Gnade gerettet wird. Sie glauben wie wir, daß nur die Kraft der Gnade Gottes das Knie des Sünders beugt, daß man nur durch Gnade zu Christus gelangt, daß man nur durch Gnade erhalten und auf seinem Weg geleitet wird. »Aber«, sagen sie dann, »diese Gnade Gottes ist eine Gnade, die allen zuteil wird, Haupt für Haupt, so daß die, die es sonst nicht könnten, nun Christus annehmen und wünschen können, erlöst zu werden, wenn sie es wollen.« Das aber ist die alte Ketzerei des Arminianismus.
Sie erinnern sich an Jacobus Arminius, einen Niederländer. Nach seiner Anstiftung trennten sich viele reformierte Kirchen in den Niederlanden von den alten Wahrheiten der Heiligen Schrift. Zu jener Zeit, im Jahre 1610, stellten diejenigen, die den Calvinismus bekämpften, ein Dokument mit dem Titel »Die fünf Artikel der Remonstranz« oder »Die fünf arminianischen Artikel« auf. Es waren fünf Artikel, welche die fünf Wahrheiten, die wir in diesem Buch besprechen, bekämpften. Der vierte Artikel jener Schrift behandelt das Thema, daß man der Gnade widerstreben könne. Er lautet wie folgt:
»Daß diese Gnade Gottes der Anfang, der Fortgang und die Vollendung alles Guten ist, auch insoweit, daß der wiedergeborene Mensch ohne die behütende oder unterstützende, erweckende, begleitende und helfende Gnade das Gute weder denken noch wollen noch tun, noch irgend Verführungen zum Bösen widerstehen kann; so daß alle guten Werke oder Taten, die man bedenken kann, der Gnade Gottes in Christus zugeschrieben werden müssen. Was aber die Art der Wirkung dieser Gnade betrifft, so ist sie nicht unwiderstehlich, da von vielen geschrieben steht, daß sie dem Heiligen Geist widerstanden, so in der Apostelgeschichte Kap. 7 und an vielen anderen Stellen.«
Können Sie der Argumentation folgen? Nur durch Gnade wird man gerettet. Aber alle empfangen diese Gnade. Und wer nicht gerettet wird, hat der ihm geschenkten Gnade widerstanden. Auf der anderen Seite: Wenn man gerettet wird, dann weil man die Gnade empfangen und Christus angenommen hat. Die Erlösung kommt also aus dem Menschen, der Gottes Gnade nicht widerstrebt. Doch wenn ein Mensch die Gnade verwirft, so ist der Heilige Geist ihm gegenüber völlig hilflos, sagen die Arminianer.
Jacobus Arminius selbst stellt es in seinem »Gesamtwerk« praktisch genauso dar. Die Richtigkeit seiner Ansichten zu zeigen suchend, schreibt er:
»So schreibe ich der Gnade den Anfang, den Fortgang und die Vollendung alles Guten zu, und halte ihren Einfluß für so weitreichend, daß ein Mensch, selbst wenn er bereits wiedergeboren ist, irgend etwas Gutes weder bedenken noch wollen noch tun, noch irgendeiner bösen Versuchung widerstehen kann, ohne jene behütende und belebende, begleitende und helfende Gnade. Hieraus wird deutlich, daß ich der Gnade in keiner Weise Unrecht tue, wenn ich, wie man mir nachsagt, zuviel auf den freien Willen des Menschen zurückführe. Denn der ganze Streit reduziert sich auf die Lösung der einen Frage, ob die Gnade Gottes eine bestimmte, unwiderstehliche Kraft sei. Das heißt, der Streit hat nichts mit jenen Wirkungen zu tun, die der Gnade zugeschrieben werden können, denn ich anerkenne und lehre so viele dieser Wirkungen wie jeder andere vor mir. Es hängt vielmehr mit der Art und Weise der Wirkung zusammen, ob die Gnade unwiderstehlich ist oder nicht. In dieser Hinsicht glaube ich nach der Schrift, daß viele Menschen dem Heiligen Geist widerstanden und die dargebotene Gnade verworfen haben.«
Genau diese Ansicht haben die reformierten Kirchen immer bekämpft. Wir müssen sie bekämpfen, die Ansicht, daß man der souveränen, herrlichen, unverdienten Gnade Gottes widerstreben könne.
Doch welchen Beweis haben wir, daß Gnade unwiderstehlich ist? Als erstes möchte ich Sie daran erinnern, daß die Wahrheit von der unwiderstehlichen Gnade notwendig aus den vorangehenden Punkten des Calvinismus, die bereits in den vorigen Kapiteln behandelt worden sind, folgt: völlige Verderbtheit, bedingungslose Erwählung und begrenzte Versöhnung. Man kann nicht die völlige Verderbtheit anerkennen und die unwiderstehliche Gnade abstreiten. Verstehen Sie das? Wenn der Sünder völlig verderbt ist, tot in der Sünde, unfähig, etwas Gutes zu tun, dann braucht er weit mehr als nur Hilfe. Geben Sie einem toten Menschen einen Stock und versuchen Sie ihm so beim Laufen zu helfen! Sie wissen, daß solche Hilfe nutzlos wäre. Vielmehr muß er wieder lebendig gemacht werden, sonst wird er nie laufen. So verhält es sich auch mit dem völlig verderbten Sünder. Gott gibt nicht einfach jedem völlig verderbten Sünder eine Art Stock (Gnade) und sagt: »Da hast du etwas, das dir hilft – nun diene mir!« Das tut Gott nicht. Im Gegenteil muß seine Gnade den toten Sünder ergreifen und wieder lebendig machen. Völlige Verderbtheit bedeutet, daß eine unwiderstehliche, kraftvolle Gnade Gottes die einzige Hoffnung des toten Sünders ist.
Das gleiche gilt für die bedingungslose Erwählung: Diese Wahrheit weist notwendig auf eine unwiderstehliche Gnade Gottes hin. Gott hat sich vor Grundlegung der Welt ein Volk erwählt. Die Ausführung dieses göttlichen Beschlusses kann nicht auf dem unbeständigen Willen des Menschen beruhen, sondern nur auf der unwiderstehlichen Gnade Gottes, die seine ewige Absicht sicher verwirklicht.
Die begrenzte Versöhnung ist ebenfalls untrennbar mit Gottes Gnade verbunden. Damit bekennen wir, daß Christus nur für sein Volk am Kreuz gestorben ist und vollständig für dessen Sünden bezahlt hat. Wie kommt dieses Werk Christi nun uns zugute? Liegt es an Ihrem Willen, ob Sie an der Versöhnung teilhaben? Und könnte Gott zulassen, daß der Tod seines Sohnes wertlos würde, indem einige derer, für die er gestorben ist, nicht gerettet werden? Das sei ferne! Wenn sein Sohn für die Sünden seines Volkes bezahlt, so ist es die Kraft der Gnade Gottes, durch die den Seinen das Leben Christi geschenkt und sie ins ewige Leben geführt werden.
Aber Sie wollen einen Beweis aus der Heiligen Schrift. Und den Beweis aus der Heiligen Schrift sollen Sie haben. Was lehrt Gott hierüber in seinem Wort? Die Arminianer wollten, daß wir Kapitel 7 der Apostelgeschichte zu Rate ziehen. Dieses Kapitel lehrt, so sagen sie, daß man der Gnade Gottes widerstehen könne. Lassen Sie uns diese Stelle untersuchen. In Vers 51 heißt es: »Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren! Ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist; wie eure Väter, so auch ihr.« Stephanus spricht hier die Juden an, die sich anschickten, ihn zu steinigen. »Ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist«, sagt er. Ergibt sich hieraus nicht, daß man der Gnade Gottes am Ende doch widerstehen kann? Andere Stellen der Heiligen Schrift reden scheinbar in gleicher Weise. Doch man erinnere sich: In Apostelgeschichte 7 spricht Stephanus zu den Juden über die Worte der Propheten, die in der Vergangenheit unter ihnen auftraten. Indem die Juden den Worten jener Propheten widerstrebten, widerstrebten sie dem Heiligen Geist. Inwiefern? Der Heilige Geist offenbarte das Wort Gottes heiligen Männern: Propheten und Aposteln. Der Heilige Geist gebraucht Prediger, um das Wort Gottes durch alle Zeiten hin zu verkündigen: den Juden des Alten Bundes und allen Stämmen und Völkern und Sprachen im Neuen Bund. Und was tun jene, die das Wort hassen? Sie widerstreben, sie lehnen sich dagegen auf, sie verschmähen es. Sie ergreifen jene, die der Heilige Geist gebraucht, um das Wort zu verkündigen, und töten sie. Von all diesen Dingen redet Stephanus. Er erzählt ihnen nicht, daß der Geist Gottes allen gegeben sei, um alle zur Buße zu bringen, daß aber viele widerstrebten. Gewiß nicht. Doch man widerstrebt dem Geist, wenn man den heiligen Männern widerstrebt, die der Geist sendet.
Betrachten Sie einige andere sachdienliche Stellen der Heiligen Schrift. Lesen Sie Johannes 3, Vers 3 und besonders Vers 5: »Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. … Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.« Was lehrt diese Stelle? Erstens wird das Bild einer Geburt, einer erneuten Geburt, aufgezeigt. Was heißt das? Führt bei der natürlichen Geburt der Geborene seinen eigenen Willen aus, um das Licht der Welt zu erblicken? Geschieht es auf seinen Willen hin, daß er empfangen oder geboren wird? Unmöglich! Er wird in diese sündige Welt hineingeboren und muß hier die ihm gegebene Zeit leben. Deshalb gebraucht die Heiligen Schrift den Begriff der »Wiedergeburt«. Der Ausdruck »wiedergeboren werden« dient der Hervorhebung dessen, was im Reich des Geistigen geschieht. Gott wartet nicht ab, ob jemand begehrt, wiedergeboren zu werden, sondern Gott formt sich sein Volk, indem er ihm das Leben unseres Herrn Jesus Christus schenkt. Er bewirkt ebenso, daß dieses Leben wächst und gedeiht. »Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.« O ja, die unwiderstehliche Gnade ist es, die die Erwählten Gottes gebiert. Übrigens, der Begriff »wiedergeboren werden« kann auch heißen »von oben geboren werden«. Noch einmal: Es heißt: »Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.« Er kann das Reich Gottes nicht sehen, kann nicht einmal glauben, daß es existiert. Das ist die Bedeutung dieser Stelle, die besagt, daß niemand das Reich Gottes sehen kann, wenn er nicht von neuem geboren wird. Dadurch wird betont, daß es im toten Sünder keinen Willen gibt, der es ihm ermöglichte zu sehen. Er wird durch die unwiderstehliche Gnade Gottes wiedergeboren. Nur dann kann er sehen.
Blättern Sie weiter zu Epheser 2, 10: »Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.« Wessen Erlösungswerk ist es? Wir sind sein Gebilde. Ein Künstler formt sein Werk, wie er es will. Er fragt nicht den Ton, den er bildet: »In welcher Form wünschst du gemacht zu werden?« Nein, er formt den Ton nach eigenem Willen. So sind auch wir Gottes Gebilde. Gott selbst formt sein Volk zu dem, was es ist. Der Prophet drückt es in Jesaja 43, 21 ebenfalls aus: »Dieses Volk, das ich mir gebildet habe, sie sollen meinen Ruhm erzählen.« Das ist die unwiderstehliche Gnade. Die Kraft Gottes wartet nicht, daß die armen, elenden Sünder Christus annehmen, sondern formt sie zu seinem Volk. Deshalb tun sie seine Ehre kund.
Lesen Sie nun Johannes 6, 37: »Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.« Vers 44: »Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.« Vers 65: »Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, daß niemand zu mir kommen kann, es sei ihm denn von dem Vater gegeben.«
Beachten Sie: Niemand kann zu Christus kommen, es sei ihm denn vom Vater gegeben. Alle, die der Vater Christus gegeben hat, werden kommen. Wie? Sie kommen, weil »mein Vater«, sagt Jesus, »ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.« Das ist die unwiderstehliche Gnade Gottes, die den toten Sünder ergreift und zu Christus führt.
Denken Sie an die wundervolle Lydia in der Apostelgeschichte, Kap. 16: »Und eine Frau mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt Thyatira, die Gott anbetete, hörte zu, deren Herz tat der Herr auf, daß sie achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.« Lydias Herz wird vom Herrn aufgetan. Das klingt so völlig anders als jene Art religiösen Singsangs, den man heute hört: »Öffne dein Herz und laß ihn ein.« Sie haben solches sicher schon gehört. Und der heutige Evangelist erklärt: »Christus wartet vor der Tür deines Herzens; willst du ihn nicht einlassen, bevor es zu spät ist?« Ich zitierte ähnliches bereits oben beim »Evangeliums-Scheck«: »Öffne dein Herz und laß ihn ein.« Doch die Heilige Schrift sagt dergleichen nie. Es stimmt, daß in Offenbarung 3, 20 dargestellt wird, daß Jesus an die Tür klopft. Doch das ist nicht die Tür zum Herzen eines jeden. Er klopft an die Tür der verderbten Gemeinde von Laodizea, und ruft jene zur Buße, welche das Wort Gottes noch liebhaben. Doch Christus klopft nicht ans Herz eines jeden Menschen. Der Herr tat Lydias Herz auf, woraufhin sie hörte und glaubte. Das ist die unwiderstehliche Kraft der Gnade unseres Gottes. Er bricht das verschlossene Herz auf – und das Kind Gottes glaubt.
Wir lesen in der Apostelgeschichte 13, 48: »Und es glaubten, so viele zum ewigen Leben verordnet waren.« Auch das bekräftigt den Gedanken, den ich weiter oben äußerte: Diejenigen, welche Gott erwählt hat, wird er gewiß erlösen. Diejenigen, welche er zum ewigen Leben verordnet hat, glauben. Wie ist das zu erklären? Ist in ihnen Bereitwilligkeit? O nein. Allein die unwiderstehliche Gnade Gottes verwirklicht das, was er von Ewigkeit bestimmt hat.
Unsere Bekenntnisschriften lehren das gleiche. Besonders die Dordrechter Lehrsätze legen diese Wahrheit trefflicher dar, als ich es je könnte. Ich zitiere aus dem dritten und vierten Hauptstück der Lehre, Artikel 10:
»Daß aber andere, die durch den Dienst des Evangeliums berufen sind, kommen und sich bekehren, das ist nicht dem Menschen zuzuschreiben, als wenn er sich durch seinen freien Willen von andern, die mit gleicher oder wenigstens hinreichender Gnade zum Glauben und zur Bekehrung begabt sind, trenne (was die übermütige Ketzerei des Pelagius annahm), sondern Gott, der, wie er die Seinigen von Ewigkeit in Christo erlesen hat, so auch dieselben zur Zeit wirksam beruft, mit Glauben und Bußfertigkeit beschenkt, sie aus der Gewalt der Finsternis reißt und in seines Sohnes Reich führt, damit sie die Vollkommenheiten dessen, der sie aus der Finsternis zu diesem wunderbaren Lichte berufen hat, preisen und sich nicht in sich, sondern im Herrn rühmen sollen. Dies bezeugen die apostolischen Schriften an mehreren Stellen.«
Das ist das Bekenntnis aller wahrhaft Reformierten. In Artikel 11 derselben Bekenntnisschrift heißt es:
»Übrigens, wenn Gott diesen seinen Beschluß an den Erwählten ausführt oder bei ihnen eine wahre Bekehrung bewirkt, so läßt er ihnen nicht nur das Evangelium äußerlich predigen und erleuchtet ihren Geist mächtig durch den Heiligen Geist, daß sie richtig einsehen und beurteilen, was vom Geiste Gottes ist, sondern er dringt auch durch die Kraft dieses wiedergebärenden Heiligen Geistes ins Innerste des Menschen, öffnet das verschlossene Herz, erweicht das Verhärtete, beschneidet das Unbeschnittene, flößt dem Willen neue Eigenschaften ein, macht ihn aus einem toten zum lebendigen, aus einem bösen zum guten, aus einem nicht wollenden zum wollenden, aus einem widerspenstigen zum folgsamen und leitet und stärkt ihn, daß er wie ein guter Baum die Früchte guter Werke hervorbringen kann.«
Die übrigen Artikel sind ebenso sachdienlich. Lesen Sie sie. Sie sind das Bekenntnis der reformierten Kirchen, in dem diese ausdrücken, was ihrem Glauben nach das Wort Gottes klar und deutlich lehrt.
Andere Bekenntnisschriften der Kirche lehren die gleiche Wahrheit. Im Westminster-Bekenntnis, Kapitel 10, Artikel 1 heißt es:
»Alle diejenigen, die Gott zum Leben vorherbestimmt hat, diese allein beruft er nach seinem Wohlgefallen zu seiner bestimmten und willkommenen Zeit wirksam durch sein Wort und seinen Geist aus dem Stand von Sünde und Tod, worin sie von Natur sind, zur Gnade und Erlösung durch Jesus Christus, indem er ihren Verstand erleuchtet, die göttlichen Dinge geistlich und zum Heil zu verstehen, ihr steinernes Herz wegnimmt und ihnen ein fleischernes Herz gibt, ihre Willensregungen erneuert und sie durch seine allmächtige Kraft zum Guten bestimmt und sie wirksam zu Jesus Christus zieht, doch so, daß sie ganz freiwillig kommen, im Willen geweckt durch seine Gnade.«
Ist das Bild klar? Beide Zeugnisse, das der Heiligen Schrift und das der auf die Heilige Schrift gegründeten Bekenntnisschriften der Kirche, drücken aus, daß die Gnade Gottes seine unwiderstehliche Kraft ist, durch die er sein Volk in Christus erlöst.
Doch bedeutet Ihnen das irgend etwas? Was bedeutet diese unwiderstehliche Gnade für Sie? Sie muß etwas bedeuten. Sie ist die Grundlage des Trostes für den Christen. Stellen Sie sich vor, wir würden die unwiderstehliche Gnade Gottes leugnen. Das würde natürlich erstens bedeuten, daß wir leugneten, was die Heilige Schrift selbst über die Kraft der Gnade Gottes lehrt. Das ist an sich schon eine ernste Angelegenheit – mit der Offenbarung zu spaßen, die Gott betreffend seiner selbst gegeben hat. Doch wenn man seiner Gnade widerstreben könnte, so hieße das auch, daß alle Sicherheit meiner Erwählung dahin wäre. Ich habe einen Willen, der sich von dem anderer Menschen in nichts unterscheidet. Wenn Gottes Gnade lediglich eine Beeinflussung wäre, der man widerstehen könnte, dann wäre ich verloren – denn ich würde nie meine Erlösung wollen. Wenn ich widerstehen könnte, so würde ich auch widerstehen. Wenn man der Gnade Gottes widerstehen könnte, so könnte kein Christ in diesem bösen Zeitalter ausharren. Ich kann allein durch die Gnade bestehen, durch die ich nicht nur erlöst, sondern Tag für Tag bis ans Ende erhalten werde.
Das ist unser Trost und der Trost unserer Kinder: Die unwiderstehliche Gnade Gottes zieht mich nicht nur, sondern bewahrt und verherrlicht mich um Jesu willen. Ich bin in Ewigkeit erlöst durch die Kraft der Gnade Gottes. Der Teufel wird es niemals ändern können, auch die bösen Menschen dieses Zeitalters nicht. Sie werden es versuchen, doch sie können uns der Vaterhand niemals entreißen. Die alte Natur, die die Welt liebt und nach dem sucht, was in der Finsternis ist, kann sich der unwiderstehlichen Gnade Gottes nicht widersetzen. Denn seine Gnade kommt und bricht meinen Widerstand. Sie erweicht mein verhärtetes Herz. Sie beugt meine steifen Knie. Sie nimmt meinen Arm, der sich von Natur rebellisch gegen Gott erheben würde, und macht, daß ich mir auf die Brust schlagen und ausrufen kann: »O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!«1 Das ist die Unwiderstehlichkeit der Gnade unseres Gottes. Sie macht mich zu seinem Kind. Sie leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit. Und am Ende wird sie mich nach seiner Verheißung verherrlichen, um seines Namens willen, durch Jesus Christus, unseren Herrn.