Der Heidelberger Katechismus

Der 6. Sonntag

16. Frage: Warum muß er ein wahrer und gerechter Mensch sein?

Antwort: Darum, daß die Gerechtigkeit Gottes erfordert1, daß die menschliche Natur, die gesündigt hat, für die Sünde bezahle, und aber einer, der selbst ein Sünder wäre, nicht könnte für andere bezahlen2.

1) Röm. 5, 12. 15
2) 1. Petr. 3, 18; Jes. 53, 3–5. 10. 11

17. Frage: Warum muß er zugleich wahrer Gott sein?

Antwort: Daß er aus Kraft seiner Gottheit3 die Last des Zorns Gottes an seiner Menschheit ertragen und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben4 und wiedergeben möchte5.

3) Jes. 53, 8; Apg. 2, 24; 1. Petr. 3, 18
4) Joh. 3, 16; Apg. 20, 28
5) Joh. 1, 4

18. Frage: Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer, gerechter Mensch ist?

Antwort: Unser Herr Jesus Christus6, der uns zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit geschenkt ist7.

6) Matth. 1, 23; 1. Tim. 3, 16; Luk. 2, 11
7) 1. Kor. 1, 30

19. Frage: Woher weißt du das?

Antwort: Aus dem heiligen Evangelium, welches Gott selbst anfänglich im Paradies8 hat offenbaret, folgends durch die heiligen Erzväter9 und Propheten lassen verkündigen und durch die Opfer und andere Zeremonien des Gesetzes vorgebildet10, endlich aber durch seinen eingeliebten Sohn erfüllet11.

8) 1. Mos. 3, 15
9) 1. Mos. 22, 18; 49, 10. 11; Röm. 1, 2; Hebr. 1, 1; Apg. 3, 22–24; 10, 43
10) Joh. 5, 46; Hebr. 10, 7
11) Röm. 10, 4; Gal. 4, 4. 5