Der Heidelberger Katechismus
46. Frage: Wie verstehst du, daß er ist gen Himmel gefahren?
Antwort: Daß Christus vor den Augen seiner Jünger ist von der Erde aufgehoben gen Himmel1 und uns zugut daselbst ist2, bis daß er wiederkommt, zu richten die Lebendigen und die Toten3.
1)
Apg. 1, 9;
Matth. 26, 64;
Mark. 16, 19;
Luk. 24, 51
2)
Hebr. 4, 14;
7, 25;
9, 24–28;
Röm. 8, 34;
Eph. 4, 10;
Kol. 3, 1
3)
Apg. 1, 11;
Matth. 24, 30
47. Frage: Ist denn Christus nicht bei uns bis ans Ende der Welt, wie er uns verheißen hat4?
Antwort: Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott: Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzt nicht auf Erden5, aber nach seiner Gottheit, Majestät, Gnade und Geist weicht er nimmer von uns6.
4)
Matth. 28, 20
5)
Matth. 26, 11;
Joh. 16, 28;
17, 11;
Apg. 3, 21
6)
Joh. 14, 17–19;
16, 13;
Matth. 28, 20;
Eph. 4, 8.
12
48. Frage: Werden aber mit der Weise die zwo Naturen in Christo nicht voneinander getrennet, so die Menschheit nicht überall ist, da die Gottheit ist?
Antwort: Mitnichten, denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwärtig ist7, so muß folgen, daß sie wohl außerhalb ihrer angenommenen Menschheit und dennoch nichtsdestoweniger auch in derselben ist und persönlich mit ihr vereiniget bleibt8.
7)
Apg. 7, 49;
Jer. 23, 24
8)
Kol. 2, 9;
Joh. 3, 13;
11, 15;
Matth. 28, 6
49. Frage: Was nützet uns die Himmelfahrt Christi?
Antwort: Erstlich, daß er im Himmel vor dem Angesicht seines Vaters unser Fürsprecher ist.9 Zum andern, daß wir unser Fleisch im Himmel zu einem sichern Pfand haben, daß er als das Haupt uns, seine Glieder, auch zu sich werde hinaufnehmen.10 Zum dritten, daß er uns seinen Geist zum Gegenpfand herabsendet11, durch welches Kraft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes, und nicht, das auf Erden ist12.
9)
1. Joh. 2, 1;
Röm. 8, 34
10)
Joh. 14, 2;
20, 17;
Eph. 2, 6
11)
Joh. 14, 16;
Apg. 2, 1–4.
33;
2. Kor. 1, 22;
5, 5
12)
Kol. 3, 1;
Phil. 3, 14