Der Heidelberger Katechismus
62. Frage: Warum können aber unsere guten Werke nicht die Gerechtigkeit vor Gott oder ein Stück derselben sein?
Antwort: Darum, daß die Gerechtigkeit, so vor Gottes Gericht bestehen soll, durchaus vollkommen und dem göttlichen Gesetz ganz gleichförmig sein muß1 und aber auch unsere besten Werke in diesem Leben alle unvollkommen und mit Sünden befleckt sind2.
1)
Gal. 3, 10;
5. Mos. 27, 26
2)
Jes. 64, 6
63. Frage: Verdienen aber unsere guten Werke nichts, so sie doch Gott in diesem und zukünftigem Leben will belohnen?
Antwort: Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst, sondern aus Gnaden.3
64. Frage: Macht aber diese Lehre nicht sorglose und verruchte Leute?
Antwort: Nein, denn es unmöglich ist, daß die, so Christo durch wahren Glauben sind eingepflanzt, nicht Frucht der Dankbarkeit sollen bringen.4