Der Heidelberger Katechismus
69. Frage: Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und versichert, daß das einige Opfer Christi am Kreuz dir zugute komme?
Antwort: Also, daß Christus dies äußerliche Wasserbad eingesetzt1 und dabei verheißen hat2, daß ich so gewiß mit seinem Blut und Geist von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist allen meinen Sünden, gewaschen sei, so gewiß ich äußerlich mit dem Wasser, welches die Unsauberkeit des Leibs pflegt hinzunehmen, gewaschen bin3.
1)
Matth. 28, 19. 20;
Apg. 2, 38
2)
Matth. 3, 11;
Mark. 16, 16;
Röm. 6, 3. 4
3)
Mark. 1, 4;
Luk. 3, 3
70. Frage: Was heißt mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?
Antwort: Es heißt Vergebung der Sünden von Gott aus Gnaden haben um des Bluts Christi willen, welches er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat4; darnach auch durch den Heiligen Geist erneuert und zu einem Glied Christi geheiliget sein, daß wir je länger, je mehr der Sünden absterben und in einem gottseligen, unsträflichen Leben wandlen5.
4)
Hebr. 12, 24;
1. Petr. 1, 2;
Off. 1, 5;
Sach. 13, 1;
Hes. 36, 25
5)
Joh. 1, 33;
3, 5;
1. Kor. 6, 11;
12, 13;
Röm. 6, 4;
Kol. 2, 12
71. Frage: Wo hat Christus verheißen, daß wir so gewiß mit seinem Blut und Geist als mit dem Taufwasser gewaschen sind?
Antwort: In der Einsetzung der Taufe, welche also lautet: »Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohns und des Heiligen Geists.«6 – »Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.«7 Diese Verheißung wird auch wiederholet, da die Schrift die Taufe das Bad der Wiedergeburt8 und Abwaschung der Sünden nennet9.
6)
Matth. 28, 19
7)
Mark. 16, 16
8)
Tit. 3, 5
9)
Apg. 22, 16