Der Heidelberger Katechismus

Der 42. Sonntag

110. Frage: Was verbietet Gott im achten Gebot?

Antwort: Er verbietet nicht allein den Diebstahl1 und Räuberei2, welche die Obrigkeit straft; sondern Gott nennet auch Diebstahl alle bösen Stücke und Anschläge, damit wir unsers Nächsten Gut gedenken an uns zu bringen, es sei mit Gewalt oder Schein des Rechtes3, als unrechtem Gewicht4, Ellen, Maß5, Ware, Münze, Wucher6 oder durch einiges Mittel, das von Gott verboten ist, dazu auch allen Geiz7 und unnütze Verschwendung seiner Gaben8.

1) 1. Kor. 6, 10
2) 1. Kor. 5, 10
3) Luk. 3, 14; 1. Thess. 4, 6
4) Spr. 11, 1; 16, 11
5) Hes. 45, 9–12; 5. Mos. 25, 13–16
6) Ps. 15, 5; Luk. 6, 35
7) 1. Kor. 6, 10
8) Spr. 5, 16

111. Frage: Was gebietet dir aber Gott in diesem Gebot?

Antwort: Daß ich meines Nächsten Nutz, wo ich kann und mag, fördere, gegen ihn also handle, wie ich wollte, daß man mit mir handlete9, und treulich arbeite, auf daß ich dem Dürftigen in seiner Not helfen möge10.

9) Matth. 7, 12
10) Eph. 4, 28