Das Niederländische Glaubensbekenntnis
Von der hypostatischen oder persönlichen Vereinigung der beiden Naturen in Christus
Wir glauben auch, daß durch diese Empfängnis die Person des Sohnes unzertrennbar verbunden und vereinigt ist mit der menschlichen Natur, so daß nicht zwei Söhne Gottes sind und nicht zwei Personen, sondern zwei Naturen in ein und derselben Person vereinigt, von denen jede ihre Eigenschaften behält, so daß so wie die göttliche Natur immer unerschaffen ohne Anfang der Tage und ohne Ende des Lebens bleibt1, Himmel und Erde erfüllend, so auch die menschliche Natur ihre Eigenschaften nicht verloren hat, sondern ein Geschöpf geblieben ist, die Anfang der Tage hat, von endlicher und beschränkter Natur ist und alles, was einem wahren Körper zukommt, behält2. Und obgleich er ihr durch seine Auferstehung Unsterblichkeit verliehen hat, so hat er ihr doch die Wahrheit der menschlichen Natur nicht genommen noch geändert3. Denn unser Heil und unsere Auferstehung hängt von der Wahrheit seines Körpers ab.
Übrigens sind diese beiden Naturen so zusammen vereinigt und verbunden zu einer Person, daß sie nicht einmal durch seinen Tod haben getrennt werden können. Was er daher seinem Vater im Sterben anempfahl, das war wirklich der menschliche Geist, der seinen Leib verließ4; aber unterdessen blieb die göttliche Natur immer mit der menschlichen, auch im Grab, verbunden, so daß die Gottheit selbst damals nicht weniger in ihm war, als wie er noch ein Kind war, obgleich sie sich für kurze Zeit nicht zeigte.
Deshalb bekennen wir, daß er wahrer Gott und wahrer Mensch ist: wahrer Gott, damit er durch seine Macht den Tod besiege, und wahrer Mensch, damit er in der Schwachheit seines Fleisches für uns den Tod erlitte.
1)
Hebr. 7, 3
2)
Matth. 26, 11;
Apg. 1, 11;
3, 21
3)
Luk. 24, 39;
Joh. 20, 27;
1. Kor. 15, 13.
21;
Phil. 3, 21
4)
Luk. 23, 46;
Matth. 27, 50