| 1. | Herr, wenn ich ruf, so hör mein Flehen! Gott, meine Unschuld steht vor dir. Du, du machst Raum in Herzenswehen; laß mich dein freundlich Antlitz sehen, wend dich auf mein Gebet zu mir! Wie lang, ihr Stolzen, soll auf Erden mein Leumund noch mit falschem Schein von euch so schnöd geschändet werden, wie lang ich unter den Beschwerden der Lügner unterdrücket sein? V. 2–3 |
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| 2. | Bedenket, daß der Gott der Frommen sich einen Liebling hat erwählt und mich in seinen Schutz genommen. Mein Rufen wird stets vor ihn kommen: Er weiß, was meine Seele quält. Ihr Sünder, bebt, steht ab von Sünden und denkt auf eurem Lager nach, wie ihr den Zorn mögt überwinden und Frieden im Gewissen finden; der Herr bezeugt: »Mein ist die Rach.« V. 4–5 |
| 3. | Bringt Gott, anstatt zu widerstreben, das Opfer der Gerechtigkeit und weiht ihm euer ganzes Leben, vertraut auf ihn, er wird vergeben, und er ist gut in Ewigkeit. Fragt mancher noch bei diesem Lichte: Wer zeigt uns das gepriesne Heil? Ein Strahl von deinem Angesichte mach dann die Zweifelsucht zunichte, denn, Herr, du selbst bist unser Heil. V. 6–7 |
| 4. | O Trost in meinem bittern Leide, du legest Freude mir ins Herz! Korn, Most sei andrer Seelenweide; du, Herr, bist selber meine Freude und bleibst es mir in Not und Schmerz. Ich lieg und schlaf in deinem Frieden und wach in deinen Armen auf. So schließ ich selig einst hienieden am Orte, den du mir beschieden, o Vater, meinen Lebenslauf. V. 8–9 |
Bereimung: Matthias Jorissen (1798) – Melodie: Straßburg/Genf (1542)/Genf (1551) – Satz: nach B. de Vries