Psalm 4

Melodie

1. Herr, wenn ich ruf, so hör mein Flehen!
Gott, meine Unschuld steht vor dir.
Du, du machst Raum in Herzenswehen;
laß mich dein freundlich Antlitz sehen,
wend dich auf mein Gebet zu mir!
Wie lang, ihr Stolzen, soll auf Erden
mein Leumund noch mit falschem Schein
von euch so schnöd geschändet werden,
wie lang ich unter den Beschwerden
der Lügner unterdrücket sein? V. 2–3
2. Bedenket, daß der Gott der Frommen
sich einen Liebling hat erwählt
und mich in seinen Schutz genommen.
Mein Rufen wird stets vor ihn kommen:
Er weiß, was meine Seele quält.
Ihr Sünder, bebt, steht ab von Sünden
und denkt auf eurem Lager nach,
wie ihr den Zorn mögt überwinden
und Frieden im Gewissen finden;
der Herr bezeugt: »Mein ist die Rach.« V. 4–5
3. Bringt Gott, anstatt zu widerstreben,
das Opfer der Gerechtigkeit
und weiht ihm euer ganzes Leben,
vertraut auf ihn, er wird vergeben,
und er ist gut in Ewigkeit.
Fragt mancher noch bei diesem Lichte:
Wer zeigt uns das gepriesne Heil?
Ein Strahl von deinem Angesichte
mach dann die Zweifelsucht zunichte,
denn, Herr, du selbst bist unser Heil. V. 6–7
4. O Trost in meinem bittern Leide,
du legest Freude mir ins Herz!
Korn, Most sei andrer Seelenweide;
du, Herr, bist selber meine Freude
und bleibst es mir in Not und Schmerz.
Ich lieg und schlaf in deinem Frieden
und wach in deinen Armen auf.
So schließ ich selig einst hienieden
am Orte, den du mir beschieden,
o Vater, meinen Lebenslauf. V. 8–9

Bereimung: Matthias Jorissen (1798) – Melodie: Straßburg/Genf (1542)/Genf (1551) – Satz: nach B. de Vries