| 1. | Ich höre deine Stimme; Herr, züchtge nicht im Grimme, straf mich im Zorne nicht! Willst du, daß Leib und Seele sich unaufhörlich quäle bei deinem Strafgericht? V. 2 |
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| 2. | Erbarm dich mein, erbarme! Ich fall in deine Arme und welke hin vor Pein. Heil mich, laß mich genesen, mein Arzt, du kannst erlösen; es wanket mein Gebein. V. 3 |
| 3. | Mein Geist erschreckt und zittert, da mich dein Zorn erschüttert und ganz zu Boden drückt. Wie machst du mir so bange? Wie lange, Herr, wie lange, eh sich mein Geist erquickt? V. 4 |
| 4. | Herr, wende dich doch wieder zu mir und komm hernieder! Zeig, daß du willst in Not die bange Sehnsucht stillen. Um deiner Güte willen errette mich vom Tod! V. 5 |
| 5. | Wenn du mich willst versenken, wie kann ich dein gedenken, werd ich des Todes Raub? Hier will ich noch im Leben dir danken, dich erheben; im Grabe schweigt der Staub. V. 6 |
| 6. | Ach Herr, wann kommt dein Friede? Ich bin vom Seufzen müde, da ich vor Durst verschmacht. In meinem bangen Sehnen schwemm ich mein Bett mit Tränen, ich weine Tag und Nacht. V. 7 |
| 7. | Soll es noch länger dauern? Vom Ängsten und vom Trauern verfällt mir die Gestalt. Wie sonst mein Auge funkelt, nun ist es ganz verdunkelt; der Kummer macht mich alt. V. 8 |
| 8. | Weicht von mir, Übeltäter! Der Herr ist mein Vertreter, und ich vertraue ihm! Ja, er wird bald erscheinen, er merket auf mein Weinen, er höret meine Stimm! V. 9 |
| 9. | Bald werdet ihr es sehen: Der Herr vernimmt mein Flehen, der helfen will und kann. Ja, er wird sich erbarmen. Voll Huld nimmt er mich Armen mit meinen Bitten an. V. 10 |
| 10. | Dann jauchzen meine Freunde; dann zittern meine Feinde vor deinem Allmachtsblick. Der schmettert sie darnieder, bringt Schmach und Schande wieder auf ihren Kopf zurück. V. 11 |
Bereimung: Matthias Jorissen (1798) – Melodie: Straßburg/Genf (1542) – Satz: nach B. de Vries