| 1. | Auf dich, o Herr, vertrau ich immer, verlaß, mein Gott, verlaß mich nimmer! Sieh, wie mir mein Verfolger droht, errette mich aus meiner Not! Ach, eile, du hast Hilf verheißen, der Löwe wird mich sonst zerreißen; er brüllet, bald erhascht er mich; hier ist kein Retter ohne dich! V. 2–3 |
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| 2. | Du, Herr, mein Gott, du siehest alles: Ist das die Ursach meines Falles, daß ich die Hand je ausgestreckt und sie mit Unrecht hab befleckt, daß ich den Guten, der mich liebte, mit Unbarmherzigkeit betrübte? Ist je mein Feind von mir gedrückt? Hab ich ihn nicht in Not erquickt? V. 4–5 |
| 3. | So mag es meinem Feind gelingen, mir meine Seele umzubringen! Er nehme meine Ehr zum Raub und tret mein Leben in den Staub! Doch hört ich stets auf seine Stimme, o Herr, so steh nun auf im Grimme, bezwing den Feind, führ aus dein Recht, das du gebotest deinem Knecht! V. 6–7 |
| 4. | Herr, steig herab, sieh, dann umringen die Völker deinen Stuhl und bringen dir Ehre für die Straf zum Lohn. Dann steige wieder auf den Thron, von welchem du die Völker richtest, den Streit des Rechts und Unrechts schlichtest. Mit ewiger Gerechtigkeit komm kröne meine Redlichkeit! V. 8–9 |
| 5. | Der Bösen Tücke laß verschwinden, laß die Gerechten Stärke finden. Du prüfest Herz und Nieren, du, gerechter Gott, bring uns zur Ruh! Gott ist mein Schild, er will mich decken; was kann bei diesem Schutz mich schrecken? Er schützt und stärkt in jedem Schmerz mit Vatertreu des Frommen Herz. V. 10–11 |
| 6. | Gott richtet, er hilft seinen Knechten, er droht und straft die Ungerechten, und täglich zeiget sein Gericht, er kenne jeden Bösewicht. Sein Feind, der nicht zurückekehret, sieht, wie daher der Richter fähret, sieht das gewetzte Schwert, die Hand, die schon auf ihn den Bogen spannt. V. 12–13 |
| 7. | Da kann dann weiter niemand retten, denn sein Geschoß wird plötzlich töten. Es fliegt daher in voller Eil gewisser Tod mit jedem Pfeil. Wer Bosheit in sich trägt, den führet die List, bis einst sein Grimm gebieret; doch bringt er, wie er sich auch stellt, oft eine Fehlgeburt zur Welt. V. 14–15 |
| 8. | Verborgen gräbt der böse Bube hier andern eine tiefe Grube; doch sinkt er unter Schmach und Pein in seine Grube selbst hinein. Auf Unglück brütet seine Tücke, doch kehrt’s auf seinen Kopf zurücke; die Rache Gottes schrecket ihn und stürzt auf seinen Scheitel hin. V. 16–17 |
| 9. | Ich seh, mein Richter, mein Erretter, dein Urteil über deine Spötter, dein Heil für deinen Untertan und bete dich mit Zittern an! Doch wenn ich alle deine Wege dereinst im höhern Licht erwäge, so jauchz ich ohne Schüchternheit und freu mich deiner Herrlichkeit! V. 18 |
Bereimung: Matthias Jorissen (1798) – Melodie: Straßburg/Genf (1542)/Genf (1551) – Satz: nach B. de Vries