| 1. | Meine Seele steigt auf Erden schmachtend, Herr, mein Gott, zu dir! Laß mich nicht zuschanden werden, dir vertrau ich, hilf du mir! Scham trifft deine Freunde nicht, die zu dir die Zuflucht nehmen; doch wer Treu und Glauben bricht, den wirst du gewiß beschämen. V. 1–3 |
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| 2. | Zeige, Herr, mir deine Wege, mach mir deinen Pfad bekannt, daß ich treulich folgen möge jedem Winke deiner Hand. Leit in deiner Wahrheit mich, führe mich auf rechte Pfade! Gott, mein Heil, ich suche dich, täglich harr ich deiner Gnade. V. 4–5 |
| 3. | Herr, erbarm dich eines Armen, der zu dir um Gnade schreit. Dachtest du nicht mit Erbarmen schon an mich von Ewigkeit? Ach, gedenk nicht meiner Schuld, tilge meine Jugendsünden; eingedenk der Vaterhuld, laß mich, laß mich Gnade finden! V. 6–7 |
| 4. | Gott ist gut und recht, er zeiget Irrenden die rechte Bahn, macht ihr Herz zu ihm geneiget, nimmt sie mit Erbarmen an. Den Demütgen gibt er Licht, daß sie folgen seiner Gnade. Die Sanftmütgen straucheln nicht, denn er führt sie seine Pfade. V. 8–9 |
| 5. | Lauter Wahrheit, lauter Güte wird in Gottes Führung kund jedem redlichen Gemüte, das sich hält an seinen Bund. Groß ist meine Missetat, drum vergib mir, zu erfüllen, was dein Mund versprochen hat, Herr, um deines Namens willen! V. 10–11 |
| 6. | Wo ist er, der gottergeben ganz sich seinem Dienste weiht? Gott zeigt ihm den Weg zum Leben, führt ihn selbst zur Ewigkeit. Seine Seele wohnt in Ruh, wird sich Heil auf Heil erwerben; Gott sagt seinen Kindern zu, das gelobte Land zu erben. V. 12–13 |
| 7. | Sieh, Gott ehret, wer ihn ehret, macht ihm sein Geheimnis kund. Wer ihn fürchtet, o den lehret, dem erfüllt er seinen Bund. Meine Augen schauen stets auf den Herrn, ich darf nicht fliehen; er wird, steckt mein Fuß im Netz, mich schon aus der Schlinge ziehen. V. 14–15 |
| 8. | Wende dich zu mir in Gnaden! Ich bin einsam und bedrängt, ganz mühselig und beladen, ohne Aussicht eingeengt. Meines Herzens Angst ist groß, Stoß auf Stoß wird bald mich töten. Mach mich aus den Banden los, führe du mich aus den Nöten! V. 16–17 |
| 9. | Schau, wie ich mich krümm und winde kummervoll in meinem Leid, Herr, vergib all meine Sünde, stärke mich im bangen Streit! Schau, die Feinde nehmen zu, die in meiner Not mir fluchen, immer lästern, was ich tu, wütend mein Verderben suchen. V. 18–19 |
| 10. | Herr, behüte mich auf Erden, ich bin hilflos, rette mich! Laß mich nicht zuschanden werden, ich vertrau allein auf dich. Setz zur Schutzwehr meiner Seel Einfalt und gerades Wesen! Herr, wirst du nicht Israel bald aus aller Not erlösen? V. 20–22 |
Bereimung: Matthias Jorissen (1798) – Melodie: Genf (1551) – Satz: nach B. de Vries