| 1. | Das Laster gibt dem Bösen ein, daß Gottesfurcht sei Wahn und Schein, daß Gott darauf nicht achtet. Dann brüstet, dann gefällt er sich, wenn er geheim und öffentlich nach Freveltaten trachtet. Sein Denken ist Vermessenheit, sein Wort und Tat Gottlosigkeit. Der Böse hat nie Ruhe; des Nachts sinnt er auf Büberei, daß er’s am Tage ohne Scheu aus allen Kräften tue. V. 2–5 |
|---|---|
| 2. | Herr, deine Güt und Wahrheit steht, so hoch und weit der Himmel geht, dein Recht steht ohne Wanken. Ist dein Gericht ein Abgrund mir, so müssen Mensch und Vieh doch dir für deine Hilfe danken. Wie teur ist deine Güte! Du, du gibst den Menschenkindern Ruh in deiner Flügel Schatten, wo du aus Wollustbächen tränkst, die Güter deines Hauses schenkst und hoch erquickst die Matten. V. 6–9 |
| 3. | Bei dir fließt unsre Lebensquell, in deinem Lichte sehn wir hell, wir können sonst nicht sehen. Laß über deiner Kinder Schar dein Recht und Gnade immerdar als Schild und Sonne stehen! Kein stolzer Fuß zertrete mich; nie rühm die Hand des Frevlers sich, daß sie mich stoß darnieder! Die Bösen stürzt ihr böser Sinn, seht, die Verbrecher sinken hin und kehren nimmer wieder. V. 10–13 |
Bereimung: Matthias Jorissen (1798) – Melodie: Genf (1551) – Satz: nach B. de Vries