| 1. | Hör meiner Stimme banges Klagen, o Gott, ich steck in tiefer Not, da um mich her ein Feind mir droht, der kühn genug, dir zu entsagen, darf alles wagen! V. 2 |
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| 2. | Herr, du hast mich in Schutz genommen, verbirg mich vor der Bösen Rat, der meinen Fall beschlossen hat. Verbirg mich, wenn die Mörder kommen, du Schutz der Frommen! V. 3 |
| 3. | Sie schärfen ihre bösen Zungen wie Dolche, wähnen, wenn die Hand die Pfeile greift, den Bogen spannt und schießet giftge Lästerungen, so sei’s gelungen. V. 4 |
| 4. | Damit man Fromme unterdrücke, nimmt jeder heimlich sein Geschoß, drückt unversehens auf sie los, und seine mörderische Tücke hält nichts zurücke. V. 5 |
| 5. | Ihr böser Anschlag muß bestehen, nie ruhet ihr verschlagner Sinn. Sie legen heimlich Schlingen hin und sprechen beim Zurückegehen: »Wer wird sie sehen?« V. 6 |
| 6. | Sie forschen Greuel aus und decken die Bosheit mit vermummter List. Sie wissen, was beschlossen ist, die Unschuld nicht zu früh zu schrecken, tief zu verstecken. V. 7 |
| 7. | Jedoch auch Gott wird einmal schießen, dann fliegt der Tod mit jedem Pfeil: Für Feinde Gottes ist kein Heil, sie werden schnell vor meinen Füßen versinken müssen. V. 8 |
| 8. | Sie straucheln, ja, ich seh sie fallen. Die eigne Zunge fället sie und stürzet sie in Angst und Müh. Sie sind, wenn sie vorüber wallen, ein Spottlied allen. V. 9 |
| 9. | Ein jeder wird’s mit Augen sehen, er staunt in ihrem Fall sie an und ruft: »Das hat der Herr getan!« So wird er Gottes Werk verstehen und ihn erhöhen. V. 10 |
| 10. | Ja, der Gerechte wird sich freuen in seinem Gott, auf den er traut, weil er auf einen Felsen baut. Der Fromme wird in ihm, dem Treuen, sich ewig freuen. V. 11 |
Bereimung: Matthias Jorissen (1798) – Melodie: Straßburg/Genf (1542) – Satz: nach B. de Vries