| 1. | Du deines Volkes guter Hirte, der uns wie seine Schafe führte, vernimm, vernimm jetzt unser Flehn, damit wir nicht zugrunde gehn; erschein in deinem Glanz erhöht auf Cherubim in Majestät! V. 2 |
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| 2. | Hilf du des frommen Josephs Kindern, rett Benjamin von diesen Sündern, erwecke deines Arms Gewalt, bring uns zurück und hilf doch bald! Bestrahlt uns nur ein Blick von dir, Erbarmer, so genesen wir. V. 3–4 |
| 3. | Herr, aller Welten Gott, wie lange? Dein Zorn macht deinem Volke bange bei dem Gebet in seiner Not. Du speisest uns mit Tränenbrot und schenkest uns den Becher ein mit einem bittern Tränenwein. V. 5–6 |
| 4. | Du senkest uns in tiefe Leiden, gibst unsern Nachbarn hohe Freuden, du setzest deine Freund, o Gott, jetzt deinen Feinden hin zum Spott, und Spott und Hohn kränkt unser Herz noch tiefer als der tiefste Schmerz. V. 7 |
| 5. | Gott aller Welten, schau hernieder! Schau unsern Jammer, führ uns wieder! Bring uns zurück, und deine Hand setz uns in unsern vorgen Stand! Bestrahlt uns nur ein Blick von dir, Erbarmer, so genesen wir. V. 8 |
| 6. | Ein Weinstock aus Ägyptenlande ward von dir hier gepflanzt im Lande. Du bliesest Helden weg wie Schaum und machtest deinem Weinstock Raum: Er wurzelt’ ein, wo er nun stand, und füllte bald das ganze Land. V. 9–10 |
| 7. | Den Bergen mußten seine Reben, gleich Zedern Gottes, Schatten geben. So stand er da in voller Kraft, gab seinen Zweigen reichen Saft und breitete vom Euphrat her sich aus bis an das große Meer. V. 11–12 |
| 8. | Warum zerstören deine Hände die von dir selbst gemachten Wände, daß jeder, der vorübergeht, ihn niederreißt und dich verschmäht, und daß der Eber ihn zerstört, ihn jedes Tier des Walds verheert? V. 13–14 |
| 9. | Gott aller Welten, kehre wieder! Schau her vom Himmel, schau hernieder, besuche deinen Weinstock jetzt, bau an, was deine Hand gesetzt! Schau an den Sohn, der retten kann, du stärkst ihn dir, o schau ihn an! V. 15–16 |
| 10. | Der Weinstock liegt versengt, zerhauen. Wo du zerstörst, wer kann da bauen? Dein Auge sei in Huld gewandt zum Manne deiner rechten Hand, zum Menschensohn, gestärket dir. O schau ihn an, so leben wir! V. 17–18 |
| 11. | Wir fallen mit Anbetung nieder und weichen von dir nimmer wieder. O Herr, du aller Welten Gott, führ uns zurück aus unsrer Not! Bestrahlt uns nur ein Blick von dir, Erbarmer, so genesen wir. V. 19–20 |
Bereimung: Matthias Jorissen (1798)